VERLAG
EDITION CORAM DEO

     

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„DIE ZEIT DES BEKENNENS IST GEKOMMEN!“
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Themenübersicht

Einleitung
   - Gründe von Koch für politisches Wirken

1. Von Hitlers Machtergreifung bis zu den Kirchenwahlen

1.1. Weimarer Republik

1.1.1. Stellung von Koch zur NSDAP
   - Bildung einer antisozialistische Front
   - Bedauern darüber, dass die NSDAP die Zusammenarbeit
      verweigert (1924)
   - Befürwortung: Harzburger Front u. Regierung der nationalen
      Konzentration (1930/33)

1.1.2. Stellung der Kirche zur NSDAP

1.1.3. Staatsverständnis bei Koch
   - "starker Staat" - Erziehung des Einzelnen zu Gehorsam u
       Dienst für den Staat
   - Forderung: DNVPund NSDAP müssen Hand in Hand gehen
      
(1932)
   - "Volk und Vaterland" - gemeinsame Ideale
   - Kritik an Auflösung von SS und SA durch Brüning

1.1.4. Stellung der NSDAP zur Kirche

1.2. „Regierung der nationalen Konzentration“
   - Hoffnung auf geistige und wirtschaftliche Erneuerung
       Deutschlands bei Koch
   - VieleÜberschneidungen mit den Zielen der NS-Bewegung:
       gemeinsame Gegner (Kommunismus, Zentrum, SPD)
   - Weimarer Republik: Säkularisation des Staates / Hoffnung:
       unter Hitler wird Kirche wieder zum geistlichen Grundstein
       der Nation

1.3. Hitlers Vertrauensfeldzug
   - pseudo-religiöse Phrasen und „tiefe religiöse Ehrfurcht“
   - Anschein einer Erneuerung der sittlichen,religiösen und
       christlichen Grundlagen des Volkslebens
   - Bildung eines Mythos: Orientierung an der Bibel

1.4. Reichstreffen der Deutschen Christen
   - Ziel: Gleichschaltung von Staat und Kirche
   - Verbindung zwischen völkischen Idealen (Rasse, Volk, Sippe)
       und kirchlicher Tradition
   - Koch: keine Vermischung der Verkündung mit menschlichen
       oder zeitgeschichtlichen Elementen

1.5. Reichstagsbrand
   - „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ –
       Außerkraftsetzung wesentlicher Grundrechte vom 28.02.1933

1.6. Ermächtigungsgesetz (23.03.1933)
   - Übertragung von Rechten des Reichstags auf die
       Reichsregierung

1.7. Boykott jüdischer Geschäfte und „Gesetz zur
       Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ (1.04.1933)
   - Antisemitismus kam bei Wählern gut an
   - Koch ging nicht mit antisemitischen Reden auf Wählerfang –
       trotzdem judenfeindliche Grundhaltung: DVFP, Meinhold,       Nathusius

1.8. Wahl zum Reichsbischof / Staatskommissariat
   - Deutsche Christen + Jungreformatorische Bewegung =
       Erneuerung der alten Kirche
       Ausschluß der nicht-arischen Pfarrer
   - Bodelschwingh als Ratgeber für Koch
   - Als DNVP-Abgeordneter u. Politiker kritisch zu Deutsche
       Christen / Koalition zw. DNVP u. NSDAP
   - Wahl des Reichsbischofs / Wahl Stoltenhoffs als Nachfolger
       von Kapler / Staatskommissar Jäger
   - Verfassung vom 11.07.1933

1.9. Kirchenwahlen (23.07.1933)
   - Westfalen: „Evangelium und Kirche“ <-> Deutsche Christen /
       in 360 von 431 Gemeinden: Einheitslisten mit NSDAP-
       Prominenz auf den vordersten Plätzen
   - Koch blieb neutral – keine Wahlempfehlung
      -> später bereute er die die Einheitslisten und beklagte den
          fehlenden Mut der Gemeinden

1.10. Westfälische Provinzialsynode (22.-24.08.1933)
   - Westfalen: Siebwahlsystem verhinderte Deutsche Christen-
       Mehrheit in Presbyterien u. Kreissynoden
   - Provinzialsynode: 80:60 für Evangelium und Kirche (EuK)
   - Rede von Koch:
   -- Kritik an Weimarer Republik u. Hoffnung auf neue
        Regierung („machtvolle Wendung zu Dt.s Ehre“); Tenor:
       Gott hat die Geschicke Dt.s in Hitlers Hand gegeben u. Gebet
       für Hitler
      -- Kritik an kirchlichen Vorgängen: Staatskommissar,
          Kirchenwahlen -> Eingriff in Kirche von Deutsche Christen
          (DC) u. Evangelium und Kirche (EuK) lehnte der ab ->
          blieb neutral
      -- Bekenntnis ist lebenswichtig für Kirche u. Abgrenzungslinie
          zum totalitären Staat – kein Staatskirchentum: Staat =
          Gottes Ordnung in sündiger Welt / Kirche = göttliche
          Ordnung für Ewigkeit
      -- kein Führergedanke in Kirche

2. Von der Generalsynode bis zum Empfang beim Reichskanzler
   - Rücktritt des Ev. Oberkirchenrat – neue Leitung: Müller, etc.
   - Koch wählt im Kirchensenat Müller zum Präsident des EOK
       mit

2.1. Generalsynode der Altpreußischen Union / „Arierparagraph“
    (4.09.1934)
   - Arierparagraphen: Trennung zwischen Staat und Kirche
   - Koch als Sprecher der Gruppe Evangelium und Kirche (EuK)
       (-> Wahl aufgrund der deutlichen Worte auf der westf.
       Provinzialsynode)
   - Erklärung Kochs: rücksichtsloser Gebrauch der Macht – keine
       Aussprache möglich + Verlassen der Synode – EuK folgte
       seinem Beispiel
   -> Koch stellte sich damit öffentlich gegen die Einführung des
       Arierparagraphen in die Kirche und den Ausschluss der
       juden-christlichen Pfarrer

2.2. Status confessionis / Pfarrernotbund (21.09.1933)
   - Gruppe um Bonhoeffer, Niemöller und Jacobi
   - Verpflichtungserklärung von M.Niemöller + Versand an
       Pfarrer
   - Gespräche zwischen Koch und M. Niemöller um Anschluss
       des westf. Bruderbundes an Pfarrernotbund
   - Koch trat dem Pfarrernotbund bei

2.3. Nationalsynode (27.09.1933)
   - Gutachten zum Arierparagraphen (Marburg u. Erlangen)
   - Ambivalente Haltung Kochs zum Arierparagaphen und
       Juden-Christen als Pfarrer
      -> Generalsynode / Brief an Müller / Pfarrernotbund
   - keine Einführung des Arierparagraphen durch
       Nationalsynode / RB Müller gewählt
   - Koch: Teilnehmer der Nationalsynode -> Annäherung an
       kirchliche Opposition -> Übergabe einer Eingabe von
       Niemöller u. Bonhoeffer an RB Müller (als einziger
       Kirchenführer protestierte Koch gegen die Missstände
       öffentlich)
   - weiteres Schicksal des Arierparagraphens
   - Protest gegen Ämterhäufung

2.4. Bischofsamt im Westfalen
   - Protest Koch gegen Bischofsgesetz (Einführung des
       Bischofsamtes in Westfalen) – Sonderrechte für Westfalen
       (Zustimmung der Provinzialsynode erforderlich)
   - Provinzialsynode vom 7.12.1933 – Rede von Koch
       (Führerprinzip / Staat u. Kirche: Aufgabe)
    - „Gedanken zum Neubau der Kirchenordnung“ (Präsesamt
       als alleinige Führung)

2.5. „Sportpalastkundgebung“ (13.11.1933)
   - Rede von Krause und Zustimmung DC-Führer
   - Besprechungen von Koch mit anderen Kirchenführern in
       Berlin und Stuttgart
   - Proteste vieler Gemeinden in Westfalen
   - Brief von Koch an Müller: Protest u. drei Forderungen (u.a.
       kein Zwang u. Gewalt in Kirche)

2.6. Geistlicher Vizepräsident (ab 4.12.1933)
   - Koch wurde von mehreren Seiten als Geistlicher Vizepräsident
       des Ev. Oberkirchenrat und als Mitglied im Geistlichen
       Ministerium empfohlen: luth. Bischöfe, Niemöller, Laurer)
   - Charakterisierung Kochs durch MartinNiemöller
   - Koch war zur Mitarbeit bereit – aber nur unter bestimmten
       Bedingungen -> Briefe u. Gespräche mit RB Müller: Einklang
       mit Pfarrernotbund + ausreichende Kompetenzen + Mitglied
       im Geistlichen Ministerium

2.7. „Maulkorberlaß“ (4.01.1934)
   - „Maulkorb“ von Reichsbischof Müller / Kanzelabkündigung
       des Pfarrernotbund
   - Cyrus (mit Koch) hatten die Kanzelabkündigung verlesen
   - Vorbereitung auf Empfang: Memorandum
   - Telefonat Niemöllers

2.8. Kanzlerempfang (25.01.1934)
   - negative Presse im Ausland wg. Unterdrückung der ev. Kirche
   - Ernennung Rosenberg: Entkonfessionalisierung – der
       christliche Glaube sollte aus dem Leben des Volkes
       verschwinden, dafür germanischer Glaube als Ersatz
   - martialisches Auftreten Goerings: Telefonat Martin Niemöller
       + Hitlers Reaktion: Hintertreppenpolitik
   - Koch unterstützte Martin Niemöller u. Pfarrernotbund weiter
       – luth. Bischöfe unterstellten sich Reichsbischof Müller
   - Anteil Kochs an Besprechung – Bericht von ihm


3. Der Weg nach Barmen
   - VO´s von Reichsbischof Müller: Befugnisse des LB von
       Preußen auf Reichsbischof / Versetzung von Pfarrern ohne
       Einspruchsmöglichkeit / Versetzung in Ruhestand /
       Aufhebung des Ev. Oberkirchenrat u. Präsidentenamt -> als
       Strafmaßnahmen gg. oppositionelle Pfarrer
   - Artikel VB: Diener Gottes als Saboteure an NS-Aufbauarbeit

3.1. Adlers Gewaltmaßnahmen in Westfalen (Febr. ´34)
   - Disziplinierungsmaßnahmen gegen Pfarrer: Versetzung und
       Ruhestand bzw. Amtsenthebung gg. Superintendenten ->
       Reaktion: Pfarrer blieben vor Ort u. klagten gg. Ihre
       Gemeinde -> Bruderschaft lieferte dafür juristische
       Voraussetzung
   - Änderung der Taktik von Koch u. Pfarrer: kein öffentlicher
       Protest, sondern Vorträge in Gemeinden (Informierung)
   - Adler entmachtete das Konsistorium
   - Gutachten von Stratenwerth: synodale Parallelstrukturen
    schaffen

3.2. Westfälische Bekenntnissynode (16.03.1934)
   - KG von Reichsbischof Müller: DEK übernimmt Leitung der
       EkdAPU / Kirchensenat aufgehoben / Umbildung der
       Provinzialsynoden (Bischof als Präses) / Sonderrechte
       Westfalens aufgehoben
         RF: Koch als Präses entmachtet
   - Rede Kochs auf der Provinzialsynode („Zeit des Bekennens ist
       gekommen ….“) - Auflösung durch Gestapo -
       Zusammentritt als Bekenntnissynode

3.3. Rheinisch-Westfälischer Gemeindetag (18.03.1934)
   - Gemeindetag war die Antwort der Gemeinden auf die
       Forderung der westf. Bekenntnissynode, sich ihr zu
       unterstellen
   - Rede Kochs: brüderliche Beratung statt Führerprinzip


3.4. Folgen der Bekenntnissynode
   - 200 westf. Gemeinden stellten sich hinter die
       Bekenntnissynode
   - Adler ernannte neue Provinzialsynode u. Provinzialkirchenrat
   - Hausdurchsuchung bei Koch (21.07.) / Postkontrolle /
       Telefonüberwachung
   - Amtsentlassung von Koch (22.03.) durch Reichsbischof Müller
   - Gemeindeverordnete B.O. befürworteten Entlassung –
       Schisma: Gläubige standen zu Koch: Versammlung sprach
       ihr Vertrauen aus
   - Kreissynode stellte sich hinter Koch (36:6)
   - Koch klagte auf Weiterzahlung des vollen Gehalts (gg.
       EkdAPU u. Gemeinde B.O.)
   - polizeiliche Untersuchung / Verfahren gg. Koch:
       staatsgefährdende Äußerungen
   - Hrsg. der Provinzialkasse an Adler - Adler verbrauchte viele
       Gelder
   - Koch u. der BR unterstützten Gemeinden juristisch u.
       verwaltungstechnisch: Vfg. des Bistum Münster ignorieren

3.5 Westfälischen Bekenntnissynode mit Freien Synode im
       Rheinland (29.04.1934)
   - Grund: Maßnahmen der Kirchenleitung haben viele
       Gemeinden gespalten u. verwüstet
    - Kritik Kochs an
        • Botschaft Reichsbischof v. 12.04. – Trennung zwischen
            Bekenntnisstand und Organisation der Kirche
        • Ziel des Reichsbischof: Einrichtung einer deutschen
             Nationalkirche ohne Konfession
        • „Front des neuen Heidentums“: völkischer Idealismus mit
            Volk, Blut u. Boden
        • Urteil in Sachen Werner gg. Müller – VO u. Gesetze des
            RB zw. Jan. u. März als ungültig festgestellt -> Folge: auch
            die dadurch geschaffenen Instanzen seien nichtig
   - Konsistorium in Münster: williges Instrument für Adler
       (Austausch der Konsistorialräte)
    -> Koch u. Prov.syn. mußten auch äußere Ordnung
       (Verwaltungsaufgaben) übernehmen – Übernahme der
       Finanzverwaltung (Umlage u. Kollekten an Prov.syn.
       abführen)

3.6. Ulmer Versammlung (22.04.1934)
   - Meiser u. Wurm suchten Verbindung zu Koch u. Bekennende
       Kirche – Grund: Müllers geplante Reichskirche
   - Koch: „Eindruck macht nur Handeln!“
   - Treffen in Nürnberg -> „Nürnberger Ausschuss“: Planung der
       Zusammenarbeit -> Vors. Koch
   - Treffen in Ulm – „Ulmer Erklärung“ (von Asmussen u. Koch)
       – Versammlung bestimmte Koch zum Vors. u. äußerte
      Wunsch nach Einberufung einer Bekenntnissynode
   -> Koch u. Opposition sahen sich nun als die legitime ev. Kirche
       an

3.7. Der „Nürnberger Ausschuss“
   - Schreiben Koch an Frick: Anspruch auf Leitung der DEK –
       Reichskirchenregierung stütze sich nicht auf Vertrauen,
       sondern auf Gewalt (Eingliederung der Lken)
   -> jedoch: dies keine Ablehnung des NS-Staates; „Treu sein im
       Dienst für Volk u. Staat“
    - Bildung von drei Unterausschüssen (theolog., rechtl., prakt.)
       u. Ausarbeitung von Entwürfen
   - Einsetzung eines stellvertr. Reichsbischof´s (Vorschlag: Koch) –
       jedoch verworfen: Koch wollte nicht
   - Koch lehnte Hilfen durch ausländische Kirchen ab, da er
       politische Konflikte befürchtete

3.8. Reichssynode zu Barmen (29.-31.05.1934)
   - Reihsbischof Müller beruft Jäger zum „Rechtswalter“ – Jäger
       soll Eingliederung vorantreiben
   - Reaktion: Barmer Theologische Erklärung (Aufbau:
       Bibelwort+These+Antithese)
   - Ansprache Marahrens: Kirche solle auf das Volk hören /
       Kirche solle sich Volk und Führer hingeben
   - Ansprache Koch: durch Gewalt der Reichskirchenreg. ist
       stautus confessiones eingetreten u. zwingt die Synode zum
       handeln
   -> loyale Einstellung zu Hitlers Regierung – Synode soll
       mithelfen, dass Volk und Führer ihren schweren Weg gehen
       können – jedoch keine Rezipierung der NS-Ideologie
   - Terminus „Volk“ bei Marahrens und Koch
   - aus Nürnberger Ausschuss wird Reichsbruderrat mit Koch als
       Vorsitzenden

3.9. Preußensynode zu Barmen (29.-31.05.1934)
   - Eingliederung der EkdAPU in Reichskirche
   - Erklärung zur Rechtslage: Organe der APU mit Kirchenwahl
       nicht mehr bekenntnismäßig und damit
       kirchenverfassungsrechtlich ungültig – an ihre Stelle sollen
       Notorgane treten, bis Rechtmäßigkeit wiederhergestellt ist –
       Synode sah sich als die rechtmäßige EkdAP , mit dem
       Anspruch, für die gesamte Kirche zu sprechen u.
       Verantwortung zu übernehmen
   - Verfasser: Martin Niemöller– Koch stimmte zu u. sorgte für
       Verbreitung


4. Der Weg nach Dahlem
   - Fünf Aufgabengebiete Kochs
   - Weiterdienen trotz Suspendierung

4.1 Kirchensteuermittel (Juni 1934)
   - Adler wandte Kirchensteuermittel als Druckmittel gegen
       Gemeinden an
    - Aufforderung Kochs: landeskirchliche Umlage und Kollekten
       an „Synodal-Kasse“ zahlen
   - Rundbriefe Kochs zu Info der Gemeinde u. Rundbriefe von
       Adler u Konsistorium
   - Errichtung einer Rechtsabteilung in B.O. – Beratung für Koch,
       Bruderrat u. Gemeinden
      -> Koch war sehr um juristische Beweisführung gelegen
   - Anzeige u. Ermittlung der OStA gg. Koch wg. Steuerstreik –
       Verfahren eingestellt

4.2 Übernahme der Kandidatenausbildung
   - Reichsbischof Müller u. Konsistorium in Münster hatten
       Kandidaten der BK aus Predigerseminar / Vikariat entlassen
   - Koch wies Kandidaten in Vikariat ein u. eröffnete
       Predigerseminar in Bielefeld

4.3 Aufspaltungsbestrebungen (Juli 1934)
   - Frage im Reichsbruderrat: Legalitätskurs oder Bruch mit
       Reichskirchenregierung (RKR)?
   - Bayern: „BK ist nur ein notwendiges Übel“ – Meiser u.
       Marahrens verhandelten mit RKR u. bildeten einen
       „Lutherischen Rat“
   - Koch gg. Aufspaltungsbestrebungen u. konfessionelle
       Sonderwünsche -> Schreiben an Meiser u. Mahrarens

4.4 Botschaften an Frick, Hitler und Hindenburg (Juli 1934)
   - Maulkorb v. Frick: kirchliche Nachrichtensperre über
       Kirchenkampf
   - Koch an Frick: Einspruch gg. staatlichen Eingriff
   - Koch an Hitler: Darstellung seiner Sicht der kirchlichen Lage –
       Hitler sollte beide Seiten hören
   - Folgen für Koch: Hausdurchsuchung, Beschlagnahme von
       Papieren, Postsperre u. Telefonüberwachung durch Gestapo
   - Koch an Hindenburg: Protest gg. Maßnahmen – ohne
       Wirkung, H. zu krank


4.5 „Röhm-Putsch“ (30.06.34)
   - Koch kritisierte die Tötungen auf Reichsbruderrats-Sitzung
   - Todesliste der Deutschen Christen: Koch u. Niemöller
   - Todesdrohungen aus Reichskulturministerium an Koch
       zugetragen (wg. Kontakte zum Ausland)
   - Reichsbischof Müller: Drohung ggü. Koch und Asmussen:
       „auch Reichsbischof kann 30.06. haben“
    - Koch glaubte an eigene Ermordung – wie bei Röhm

4.6 Fanö und der Einfluss der Ökumene
   - Interesse des Auslands am Kirchenkampf – Hirtenbrief von
       Bell (Mai 1934)
   - Einladung für Koch – Koch ging nicht (wg. zahlreicher
       Gründe)
   - Protest des Ökumenischen Rates für praktisches Christentum
       gg. Reichskirchenregierung
   
- Wahl Kochs als Nachfolger von Söderblum in den Rat
   - Barmen u. Dahlem standen unter dem Schutz der Ökumene
       (Drohung mit öffentlicher Stellungnahme, u.a. von Bischöfen
       in England)

4.7 Gegenpart zum Reichsbischof
   - Koch = Präses in Preußen u. Reich - jedoch aus Kirche heraus
       gewählt, nicht durch Eingriff vom Staat (wie Reichsbischof
       Müller)
   - Jäger verdrängt Oberheid

4.8 Nationalsynode (9.08.1934)
   - Jäger: Entfernung aller oppositionellen Mitglieder – auch
       Koch: Entlassungsschreiben
   - Koch : Zusammensetzung nach Willkür, nicht nach Recht
       und Gesetz / kein verfassungsmäßiges Recht, gewählte
       Mitglieder auszuschließen

4.9 Diensteid
   - „Gesetz über den Diensteid der Geistlichen und Beamten“ -
       Treueid auf Hitler u. Reichskirchenregierung (RKR)
   - Koch: kein Recht der Nationalsynode zum Erlaß des Gesetzes
       / nur Staat dürfe Diensteid fordern, nicht RKR

4.10 Gleichschaltungsbestrebungen
   - Eingliederungsversuche ggü Bayern und Württemberg –
       Hausarrest für Meiser u. Wurm
    - Jäger: Einführung einer nordisch-christlichen Mischreligion –
       gestützt von Himmler
   - Schreiben Koch an Reichsleitung NSDAP u. Reichsregierung:
       Nutzung von Radio u. Presse um Lügen über die BK-Pfarrer
       zu verbreiten / Druck von Parteiführern auf Unterstützer der
       Bekennenen Kirche

4.11 Reichssynode zu Dahlem
   - Rede Kochs: Abrücken vom Alten Testament, Ruf nach
       heldischer Frömmigkeit u. völkischer Erneuerung der Kirche    -> Abwehrbewegung unter „Bindung an Bibel u. Bekenntnis“
   - Botschaft aus Dahlem:
       • durch Gewaltmaßnahmen wurde christliche Grundlage der
          Deutschen Evangelischen Kirche (DEK) verlassen -> alle
          Proteste u. Warnungen waren vergeblich – unter Berufung
          auf Hitlers Willen wurde kirchenzerstöreisches Werk
          fortgesetzt -> Konsequenz: kirchliches Notrecht!
      • Notrecht - 3 Teile: Trennung von Reichskirchenregierung/
          Kirchenleitung / Berufung neuer Organe zur Leitung der
          Kirche / Aufforderung an Gemeinden, sich der Synode zu
          unterstellen
      • Unabhängigkeitserklärung von Staatsmacht bzgl. Lehre u.
          Ordnung - Kirche habe in Lehre u. Ordnung allein zu
          entscheiden
   - Gürtner -> Hitler; Hitler lud statt Jäger u. Müller nun Meiser,
       Marahrens & Wurm ein – Jäger mußte zurücktreten
   - Erweiterung des Bruderrates von 15 auf 22 Personen – 6
       davon bildeten den Rat (Vorsitzender Koch)


5. Von der Bildung der Vorläufigen Kirchenleitung bis zur
    Synode von Augsburg

5.1 Bischöfliche Position
   - Koch trat für „Reibivorschlag“ ein; wollte das Zepter des
       Handelns in der Hand behalten
   - Martin Niemöller setzte sich für Koch als Nachfolger von
       Müller ein
   - Kritik an Meiser, Marahrens und Wurm: Kanzlerempfang
       ohne Koch
   - Nach Rehabilitierung erhoben luth. Bischöfe Anspruch auf
       Gleichberechtigung ggü. Bekennende Kirche-Führung -
       Ablehnung des Notkirchenregiments

5.2 „Aide Mémoire“
   - Verhandlungen von Koch mit Gürtner, Neurath u. Krosigh
       über einen Vorschlag von ihm u. Fiedler: da es kein ver
       fassungsmäßiges Organ zur Leitung der Kirche gebe, erbat
       Koch von Seiten der Regierung einen Zeitraum von 12
       Monaten, um erforderliche Maßnahmen zu treffen.
   - Gürtner: Thesenpapier „staatsrechtlich tragbar“
   - Koch hatte damit die Linie von Dahlem verlassen: Kirche solle
       unabhängig vom Staat entscheiden

5.3 Schreiben an der Reichsbischof
   - Koch an Müller: „unverzüglicher Rücktritt“ - Deutsche Ev.
       Kirche verträgt nicht länger die Zerstörung ihrer Ordnung
   - Antwort Müller: Rücktritt nicht möglich – würde weitere
       Unruhe bringen – Sammlung aller aufbauwilligen Kräfte (->
       mit deutsch-christlichen-Bischöfe = Bischofsrat gebildet)
      -> Frick unterstützte Müller

5.4 Aufruf an die Gemeinden (31.10.1934)
- Aufruf von Koch an die Gemeinden: „Schließt euch zum Kampf mit uns zusammen“

5.5 Konflikte im Bruderrat (9.11.1934)
   - Erlass Frick (6.11.): keine Berichte in Presse über kirchliche
       Angelegenheiten
        -> Reaktion Koch: vermehrt Vorträge zur Information der
             Gemeinden
   - Sitzung Reichsbruderrat (9.11.): Konflikt um
       Fronterweiterung und Führung
         a) Koch wollte weitere Kreise integieren u. intakten Kirchen
             den Zutritt erleichtern
         b) Reichsbruderrat: Koch als Nachfolger für Müller / luth.
             Bischöfe: Bedenken gg. Koch (politisch ungeeignet u.
             theologisch kein Bischof) / Buttmann: nur Marahrens mgl

5.6 Audienz bei Göring 16.11.1934)
   - Koch u. Martin Niemöller bei Goering -> Koch wollte
       Zustimmung zu seinem Entwurf eines Kirchenregiments
       durch die Bekenntnisgemeinschaft
   - Unterhaltung über NS-Religionspolitik - Aussage Goering:
       NS-Staat wird den 2000 jährigen Aberglauben an Jesus von
       Nazareth ein Ende setzen.
   - Koch berichtet darüber in Versammlungen - Folge:
       Verhaftung u. Verhör durch Gestapo
   - „Landesverräter u. Staatsfeinde“ und „Saboteure“ u.
       „Nörgler“ – Frick u. Goebbels über Bekennende Kirche

5.7 Bildung einer Vorläufigen Kirchenleitung (20.-22.11.1934)
   - Sitzung des Reichsbruderrat mit luth. Bischöfen – Diskussion
       über Personalfragen
    -> „Vereinbarung einer Vorläufige Kirchenleitung der Deutsche
       Ev. Kirche“ (Marahrens, Koch, Humburg, Breit, Fiedler) -
       Zusammensetzung entsprach der Besetzung der KV über
       Bildung des Geistl. Ministeriums
    -> Aufgabe: gemäß Barmen u. Dahlem die DEK zu ordnen u.
       zu einer Einheit aufzubauen
   - Koch trat in zweite Reihe zurück - durch Marahrens: weitere
       Kreise anschließen u. Plazet durch Staat -> jedoch: Plazet
       blieb aus – dafür Spaltung: Niemöller, Barth, Asmussen
       traten aus BR aus
   - Verhalten Marahrens ggü. Staat u. Machthabern

5.8 Verordnungen Müllers und Auswirkungen in Westfalen
    (20.11.1934)
   - Rücknahme aller VOs aus 1934 -> Folge: Rechtszustand wie
       vor dem 26.01.1934
   - Auflösung der d.c. Provinzialsynode u. Provinzialkirchenrates
       / Konsistorium trennte sich von Adler - auch Koch
       verweigerte Zusammenarbeit mit Adler - Koch wurde wieder
       rechtmäßiger Präses (Stellvertr.: Lücking) -
       Zusammensetzung des neuen PKR

5.9 Konflikt mit Frick
   - Frick: unter christlichem Deckmantel sammeln sich
       Staatsfeinde und Landesverräter – Staat wird durchgreifen
   - Koch an Frick (12.12.1934): „Staatsfeinde u. Landesverräter
       haben bei uns keinen Raum“ – Forderung nach Beweisen u.
       Untersuchung u. Bestrafung der Schuldigen
   - Koch gab die Aussagen an die Gemeinden weiter
   - Koch bemühte sich außerordentlich, staatsfeindliche Pfarrer
       der Bekennende Kirche fernzuhalten - u.a. religiöse
       Sozialisten u. „rote“ Pfarrer wie Günter Dehn

5.10 Verhältnis zu Dehn und Barth / Stellung zum Beamteneid
   - Dehn-Vortrag: Soldatentod u. christl. Opfertod nicht
       vergleichbar
      -> Koch: „staatsverräterische Einstellung“ – Koch verhinderte,
          dass Dehn Mitglied der Dahlemer Synode wurde
   - Barth: Zusammenarbeit auf Synoden in Barmen u. Dahlem
   - Barth verweigerte Beamteneid zu leisten – Entlassung durch
       Rust
   - Koch zum Beamteneid: Staat hat das Recht, Eid zu fordern

5.11 Adventsbotschaft
   - Aufgaben: Wortverkündung u. Sakrmentsverwaltung – keine
       Modepredigten – alle Gemeinden auf gleichen theologischen
       Standard – Weiterbildung der Pfarrer u. Vereinheitlichung
       von Predigttexten -> Grund: gut gerüstete Gemeinden =
       weniger anfällig für Irrlehre des Neuheidentums

5.12 Kompetenzverteilung
   - Sitzung des Reichsbruderrat mit Vorläufige Kirchenleitung –
       Diskussion über Kompetenzen
       Ergebnis: Vorläufige Kirchenleitung soll Neuordnung gemäß
       Barmen u. Dahlem vollziehen
   - Koch glaubte an Plazet für Vorläufige Kirchenleitung -> es sei
       freundschaftliche Haltung des Staates festzustellen


5.13 Neuheidentum
   - Werbetätigkeit deutsch-gläubiger Gruppen - geduldet u.
       gefördert vom Staat (Mythos + Bauernkalender)
   - Koch: Wort an die Gemeinden - Warnung vor Kompromissen
       u. Forderung an Reg., die versprochene religiöse Neutralität
       in Kirchenfragen einzuhalten

5.14 Preußensynode zu Dahlem
   - Kundgebung: Volk ist von tödlicher Gefahr bedroht - neue
       Religion (Glaube an „Blut, Rasse u. Volkstum“ soll
       christlichen Glauben ersetzen – Warnung an den Staat)
   - Koch fordert Gemeinden zur Verlesung auf – Staat verhaftet
       500 Pfarrer (Frick: heimtückischer Angriff auf Staat u. Volk)
       -> Koch verhandelt mit staatlichen Stellen: Kundgebung ist
       kein politischer Angriff u. Verlesung mit Zusatz
   - Koch danach: Zusammenbruch und Sanatorium

5.15 Einigkeit und Distanz
   - schwierige Versuche von Koch, beide Flügel zusammen zu
       halten
      • Martin Niemöller: Protest gg. „Fürbitte zum Geburtstag des
          Führers“ der Vorläufige Kirchenleitung, angesichts der
          Verhaftungswelle – Koch solle Vorläufige Kirchenleitung
          „abhängen“
      • Meiser: ständig neue Bedingungen für Teilnahme an
          Synode
   - Problem Barth: Koch hatte ihn trotz Protest von Meiser
       eingeladen - aber deutschfeindliche Bemerkungen von Barth
       im Ausland - Ausladung

5.16 Meusels Denkschrift (10.05.1935)
   - Denkschrift über Aufgaben der Bekennende Kirche an evang.
       Nichtarier
   - Koch verhinderte die Weitergabe und eine Besprechung auf
       der Synode
   - „Nürnberger Gesetze“ / „Reichsbürgergesetz“ v. 15.09.1935 -
       Ausgrenzung der Juden wird offizielles Staatsziel

5.17 Konferenz der Vertreter der zerstörten Kirchenprovinzen
    (22.+23.05.1935)
   - dreimal Verschieben der Synode durch Forderungen von
       Meiser
   - Koch lud Landesbruderräte zu Konferenz ein – Aussprache
       über gemeinsame Nöte u. Aufgaben
   - brüderliches Wort an die Gemeinden in Bedrängnis u.
       Richtlinien für künftige Arbeit

5.18 Reichssynode zu Augsburg (4.-6.06.1935)
   - Eröffnungsrede von Koch: Rückblick auf B & D / Aufgabe:
       Weisung für gegenwärtige Lage zu geben / Vorläufige
       Kirchenleitung
   - Koch schaffte es, die Gemeinschaft zusammenzuhalten -
       einstimmige Beschlüsse
   - zwei Kundgebungen:
      • Wort an die Obrigkeit
      • Wort an die Gemeinden (7 Sendschreiben)
   - Kritik von Bonhoeffer

6. Die Zeit der Kirchenausschüsse

6.1 Reichskirchenminister Kerrl (19.07.1935)
   - Einsetzung eines Reichskirchenministers war langfristig
       geplant (Müller, Frick, Popitz)
   - Beschlussstelle in Rechtsangelegenheiten der DEK (Vors. Kerrl)       -> Bekennende Kirche wurde der Weg zu ordentlichen
       Gerichten verbaut (Juni 1935)
   - Übertragung Zuständigkeit der Kirche auf Kerrl - Frick u.
       Rust mussten abgeben
   - Koch kannte Kerrl aus Abg.zeit / Kerrl = Antisemit

6.2 Preußensynode zu Steglitz (22.-26.09.1935)
   - alarmierende Ereignisse:
      • staatlich geförderte antisemitische Hetze wird gesteigert
      • schwere Eingriffe des Staates in die Kirche (Verhaftungen,
          Ausweisungen, etc.)
   - Schwerpunkte: Freiheit der Verkündigung, der Sakramente
       und der kirchl. Ordnung
   - unversöhnliche Gruppen in der öffentlichen Stellungnahme
       zur Judenfrage
   - Koch versuchte, ein öffentliches Wort zu verhndern
       (Erpressung ggü. Vogel) / Kochs Grundsätze dazu
   - Lediglich ein Wort über die Judentaufe wurde beschlossen

6.3 Reichssynode zu Bad Oeynhausen (18.-22.02.1936)
   - Kerrl: Vertrauen durch Gespräche u. Gesten gewinnen
   - Stellungnahme zu Mitarbeit in Reichskirchenausschuss u.
       Landeskirchenausschuss als Richtungsstreit
   - Sitzung des Reichsbruderrat v. 3.01.36 (17:11) – Entmachtung
       der 1. Vorläufige Kirchenleitung
   - Koch für bedingte Mitarbeit (+ Gründe) -> Kritik von
       Bonhoeffer, Perels u. Ehrenberg
   - Bildung eines neuen Reichsbruderrat u. 2. Vorläufige
       Kirchenleitung

6.4 Provinzialkirchenausschuss der Kirchenprovinz Westfalen
    (April 1936)
    - Einflußnahme v.Bodelschwingh auf Koch: mit Kirchen-
       ausschüssen probieren / Ablehnung von Dahlem III,3 /
       Dahlemiten aus Gremien entfernen / ev. Kirche solle Einigkeit
       demonstrieren / Kerrl sei lang erwartete Chance
   - Bildung eines Provinzkirchenausschuss in Westfalen
       (14.04.36)
   - westf. BK-Synode (19.04.36) – Beschluß: Zusammenarbeit mit
       Kirchenausschüsse bedeutet Zersplitterung / Mehrheit gegen
       Kochs Linie der Tolerierung
   - Ambivalentes Verhalten des westf. Bruderrates – einerseits
       schwere Bedenken – andererseits Profit: durch Bildung des
       Landeskirchenausschuss wurden die größeren Gemeinde-
       vertretungen aufgelöst u. deren Aufgaben an die
       Presbyterien übertragen (jedoch gerade dort hatten die
       Deutsche Christen durch die Wahlen die Mehrheit erhalten –
       während die Bekennende Kirche in den Presbyterien die
       Mehrheit hatte -> letztlich Zustimmung des westf. BR)

6.5 Geistliche Leitung für Westfalen (April-Okt. 1936)
   - Betheler Verhandlungen (Koch mit preuß. Landes-
       kirchenausschuss) – „Betheler Sätze“
    - westf. BK.Synode: kritisch zu Provinzkirchenausschuss –
       Ausschuß zur Stellungnahme gebildet (u.a. Koch, Lücking
    - Koch: „Entwurf einer Ordnung für die Ausübung der
       Geistliche Leitung“ – Simultaneum – zwei Geistliche Leiter
       für Westfalen – Zustimmung des westf. Bruderrates
   - Kerrl an Koch: Leitungsämter in Bruderräten niederlegen
   - Bildung Geistliche Leitung Koch u. Fiebig (Lücking u. Steil =
       Mitarbeiter u. Vertreter im Konistorium
   - Rücktritt Zoellner u. Abberufung Provinzkirchenausschuss u.
       Landeskirchenausschuss durch Kerrl

6.6 Denkschrift an Hitler (4.06.1936)
   - Ziel 2. Vorläufige Kirchenleitung: interner Hinweis an Regie-
       rung auf bestehende Mißstände u. Warnung vor Fehlern
   - Koch u. Reichsbruderrat stimmten der Eingabe zu, jedoch
       ohne exakte Kenntnisse des Inhalts
   - Trotz vereinbarter Geheimhaltung erschien die Denkschrift im
       Ausland
   - Koch verlangte von Präsidialkanzlei u. Reichsjustizministe-
       rium die Suche nach Schuldigen – ohne Erfolg, beide hatten
       kein Interesse daran
   - Kanzelabkündigung mit entschärften Inhalt (erstellt: Koch,
       Niemöller, Steil, Soden) – 23.08. verlesen
   - Koch hatte mit neuer Verhaftungswelle gerechnet – er hatte
       zahlreiche Drohungen erhalten (Vorwurf: Landesverrat) –
       blieb aus
   - Verhaftung von Weißler, Tillich u. Werner Koch


7. Die Vorbereitung der Kirchenwahl

7.1 Neujahrsgruß (Jan. 1937)
   - Aufgabenfelder: Ökumene / Verhältnis zw. Staat u. Kirche /
       Erneuerung Gemeindekörperschaften durch Wahlen
   - Trennungslinie zu Kerrl: Eingriff des Staates von außen in
       kirchl. Bereich

7.2 Kerrls „Verordnungswerk“ (Febr. 1937)
   - Gespräch Koch mit Bell: Koch erwartet nach Ende des
       Reichskirchenausschuss harten Schlag gegen Kirche
   - Kerrls „Verordnungswerk“: zwei Säulen / Simultaneum
       (Landeskirchen mit BK / DC) – Disziplinarordnung – „Kirche
       müsse das Primat des Staates anerkennen“ – keine erneute
       Kirchenwahl

7.3 Hitlers Wahlerlass (15.02.1937)
   - Beratung auf Obersalzberg – Hitler lehnt Kerrls Pläne ab –
       Erlaß: „Neuwahl der Generalsynode“

7.4 Stellungnahme zur Wahl
   - Freude bei Koch – jedoch: Wahl muss nach kirchlichen
       Gesichtspunkten geführt werden: Anmeldung zur
       Wählerliste u. kirchliche Qualifikation für die Wählbarkeit
   - Kerrl: Wahl wurde nicht der Kirche, sondern dem Kirchenvolk
       überlassen = alle Deutschen in ev. Kirche
   - Koch: größere Selbstständigkeit der preuß. Provinzialkirchen

7.5 Vortragsreisen und Wahlkampf
   - Ziel: Sammlung der Gemeinden u. Information über
    Grundsätze der Bekennende Kirche
   - Predigt über 1. Korinther 4, 6

7.6 Reaktionen des Staates (Juni 1937)
   - Gestapo beobachtet Wahlversammlungen der Bekennende
       Kirche – Schutzhaft, Redeverbot, Ausweisungen ->
       Bekennende Kirche setzte verfolgte Pfarrer auf Fürbitteliste
   - Kirchenaustritte wurden von der Kanzel verlesen -> Verbot
       von Frick
   - Zerschlagung der Bruderräte: Verhaftung während der
       Sitzung des Reichsbruderrat (23.06.) durch Gestapo

7.7 Das Ende der Kirchenwahl
   - Sitzung Reichsbruderrat v. 23.06. – Beratung über
       Wahltermin am 27.06. – Beschluß (trotz Verhaftungen):
       keine Beteiligung aufgrund der kürze der
       Wahlvorbereitungen
   - wegen Boykott war Wahl für die NS-Führer sinnlos geworden
       – aber keine offizielle Absage – Kerrl: Hitler aufgrund des
       Boykotts abwartend

7.8 Judenfeindschaft und Altes Testament
   - mit Wahlerlass setzte neue Propaganda-Welle gegen Juden u.
       Juden-Christen ein
   - DC-Rehm: Wahlkampf mit „judenfreier Kirche“ als Parole
   - Kerrl: antisemitische Rede
   - Antwort Koch: Festhalten am AT u. Jesus als Jude

7.9 Ehrenberg
   - Hetzkampagne des Staates gg. Ehrenberg (div. Vorwürfe)
   - Ehrenberg bat Koch um Hilfe – Koch: schwer gegen staatliche
       Anschuldigungen zu verteidigen; Rat: Angebot des
       Oberkirchenrats auf Pensonierung annehmen
   - Verhältnis Koch zu Ehrenberg: politisch u. kirchlich. vers.
       Ansichten (Mitarbeit in Reichskirchenausschuss; Verhältnis.
       Staat zu Kirche; Bildung einer Geistliche Leitung)
   - Flugblatt von Koch zugunsten Ehrenberg´s


8. Das Jahr 1938
   - Verhaftung u. Verurteilung von Martin Niemöller – KZ
       Sachsenhausen
   - Verhaftung von Koch – Stimmung auf dem Tiefspunkt –
       innere Emigration (übermächtige Staatsmacht / Gefühl der
       Ohnmacht u. innere Distanz)
   - Koch = unbestrittener Kirchenführer in Westfalen

8.1 Treueid auf Hitler (April-Juli 1938)
   - Werner: Treueid + „Ansprache“ - Geschenk für Hitler zum
       Geburtstag
   - Koch: Trennung zw. Diensteid u. Beamteneid – Forderung
       durch Staat muss klar erkennbar sein
   - Kochs „Schlingerkurs“ – 4. BK-Synode in Westfalen –
       Verhandlungen mit Werner u. Konsistorium – „Erklärung zu
       Treueid“
   - Rundschreiben von Bormann; Kerrl wußte frühzeitig Bescheid

8.2 Barths Brief an Homádka (Sept. 1938)
   - Barth wurde bei Bekennende Kirche immer unglaubwürdiger
   - Schreiben an H.: Aufforderung zu kriegerischem Handeln,
       angesichts der aggressiven deutschen Forderung gg.
       Tschechoslowakei auf Abtretung des Sudetenlandes
   - Troteste aus der Bekennende Kirche (u.a. 2. Vorläufige
       Kirchenleitung) – Koch: fürchterlicher Irrtum

8.3 Gebet um Frieden (Sept./Okt. 1938)
   - Koch: besondere Bittgottesdienste für Erhalt des Friedens in
       Westfalen
       -> konkrete Kriegsgefahr mit Tschechoslowakei
   - Vorläufige Kirchenleitung: Liturgie für Gebetsgottesdienst
   - Kerrl ließ Vorläufige Kirchenleitung maßregeln - Hitler hatte
       KZ abgelehnt
   - Kochs Begriff von Frieden

8.4 Entmachtung (25.02.1938)
   - AusführungsVO zur 17. DVO (Ev. Oberkirchenrat - Dr.
       Werner) - Aufgaben des Provinzialsynodalverbandes wurden
       dem Konsisorium übertragen, ebenso wie die Rechte des
       Präses - Folge: Entmachtung Kochs und des Provinzial-
       kirchenrats und Zerstörung der presbyterial-synodalen
       Ordnung
   - Protest von Koch - erfolglos: Kerrl stellte sich hinter Ev.
       Oberkirchenrat

8.5 Lücking (10.06.1938)
   - Lücking war Kochs Verbindungsmann zum westfälischen
       und altpreußischen Bruderrat
   - Verhaftung am 10.06.38 - Untersuchungshaft und
       Verbannung
   - Koch: verschiedene Eingaben bei staatlichen Stellen
   - Koch mehrfach krank

8.6 Essener Verhandlungen (27.-30.04.1938)
   Versuch Kirche zu vereinigen und Kirchenleitung zu bilden
   - Konferenz in Essen - drei Entwürfe:
      1. Stellung zu Barmen („Essen I“)
      2. Regelung Verhältnis zu DEK („Essen II“)
      3. Regelung Verhältnis zu APU („Essen III“)
   - Kerrl reagiert nicht auf Kochs Schreiben

8.7 Reichspogromnacht (9.11.1938)
   - Koch hatte resigniert und konnte sich zu keinem öffentlichen
       Protest entschließen - er stimme der Aktion nicht zu und war
       betroffen angesichts der Aggression
   - Schreiben von Bodelschwingh an Koch (30.10.):
       Verschwörungstheorien ggü Juden / v.Bodelschwingh
       bekannte sich zu Stöckers Antisemitismus / Hitler als
       gottgewolten Führer
   - Schreiben von Bodelschwingh an NS-Kreisleiter: Juden seien
       selber schuld!


9. Von der Epiphanias-Synode bis zum Kriegsbeginn
   - Jahrestag der Überführung von Martin Niemöller ins KZ
       Sachsenhausen - Koch ordnete Bittgottesdienste für Westfa-
       len an und lud alle Superintendenten zu einer Feierstunde ein

9.1 Epiphanias-Synode (28.-31.01.1939)
   - Schwerpunkt: Prüfungsfrage - Synode von BKdAPU lehnte
       die Berufung von Pfarrern durch das Konsistorium ab, da
       diese nicht an das Bekenntnis gebunden seien. Koch arbeitete
       in Westfalen mit dem Konsistorium zusammen.

9.2 Angriff des „Schwarzen Korps“ (30.03.1939)
   - Hetze gegen Koch - Vorwurf: Unterstützung von jüdischen
       Mitbürgern

9.3 Godesberger Erklärung (März 1939)
   - Tagung der „Nationalkirchlichen Einigung Deutschen
       Christen“ und der kirchlichen Mitte: Christentum stamme
       nicht vom Judentum ab; christlicher Glaube ist unüberbrück-
       barer Gegensatz zum Judentum
    - Koch an Werner: Kritik an „NE DC“ - Gegensatz von
       Christentum und Judentum beruhe nicht auf Rassenlehre,
       sondern aus der lehre des Heils aus der Gnade Gottes.
   - Institut zur Erforschungdes jüdischen Einflusses: Entjudung
       der Kirche und des Christentums

9.4 Fragebögen zum Abstammungsnachweis (12.05.1939)
   - Erlass Ev. Oberkirchenrat (Werner) -> Konsistorien sandten
       Fragebögen zur Abstammung der Pfarrer an die Super-
       intendenten
   - Koch gab Fragebögen nicht weiter + Empfehlung an andere
       Superintendenten
   - Schreiben Kochs an Konsistorium: Rücknahme wegen großer
       Unruhe in Pfarrerschaft
   - Kochs Standpunkt: Frage der Zugehörigkeit von Juden-
       Christen zur Pfarrerschaft / Trennung zwischen Dienst des
       Beamten und pfarramtlichen Dienst in Kirche


9.5 Einberufung einer westfälischen Bekenntnissynode (Juli 1939)
   - Anfrage auf Einberufung an Koch
   - Koch: Voraussetzung ist Einigung über Ziele - Hauptfrage:
       Streit um theologische Legitimation
   - Krieg beendet die Vorbereitungen

9.6 Ausbildung des theologischen Nachwuchses
   - Verlauf der Ausbildung (Generalsuperintendent / Adler / Koch
       / Konsistorium / Landeskirchenausschuss)
   - Erlasse von Rust und Himmler - Auflösung der Prediger-
       seminare und Sammelvikariate
   - Neuregelung durch Ev. Oberkirchenrat (Anf. `38) - Problem:
       Legalisierung der „illegalen Prüfungen“ - Koch verhandelte
       mit Ev. Oberkirchenrat („Nachprüfungen“) - Pfarramt nur
       noch für legalisierte Pfarrer u. Drohung mit Gehaltssperre -
       Beteiligung von Professoren der Deutschen Christen an
       Prüfungen
   - westfälischer Bruderrat gegen Teilnahme von DC-Professoren
       und Eintritt Kochs in konsistoriales Prüfungsamt - Koch
       dagegen akzeptierte die Auflage um möglichst viele
       Kandidaten in ein Pfarramt zu bekommen (-> finanzielle
       Absicherung der Kandidaten / Verhinderung von Pfarrer der
       Deutschen Christen)
   - Konflikt mit BRdAPU: Koch solle sich ihm unterstellen - Koch:
       Beschlüsse des BRdAPU in Westfalen oft nicht umsetzbar,
       deshalb solle der BRdAPU vor Verabschiedung die Vorlagen
       der Kirchenprovinzen zur Stellungnahme vorlegen;
       „Kampfmodus ist beendet“.
   - Sondergerichtsverfahren gegen Koch wegen Abhaltung
       illegaler Prüfungen

9.7 Exaudi-Synode (20.-22.05.1939)
   - Synode sprach Werner (Ev. Oberkirchenrat) und Konsisto-
       rium jedes Recht ab, theologische Prüfungen vorzunehmen
       und Pfarrer einzuführen
   - Kritik an Godesberger Erklärung

9.8 Rückzug aus dem westfälischen Bruderrat (10.06.1939)
   - Schreiben von Koch an westfälischen Bruderrat -> Erklärung
       und Rücktritt -> zukünftige Ziele: Versorgung der Gemein-
       den / Fürsorge für theologischen Nachwuchs und Beratung
       der Gemeinden
   - Kritik an Bruderrat: Verkennung der Umstände - 218 der 271
       Kandidaten gingen den Weg Kochs - harte Zeiten für die sog.
       „Renitenten“
   - Gespräche zwischen Koch und Dahlkötter/Bruderrat - ohne
       Konsens


10. Kriegszeit
   - Hitler´s Rede: aufgezwungener und gerechter Verteidigungs-
       krieg

10.1 Hitlers Weg zum Krieg
   - Ziel Außenpolitik: Erweiterung des Lebensraums, auch durch
       blutigen Eroberungskrieg / Hauptfeind: Sowjetunion und
       Frankreich / Maßnahmen: Aufrüstung und Kriegsvorberei-
       tung im Innern unter Friedenspropaganda nach außen (Mein
       Kampf 1926)
   - nach Machtergreifung: massive Wiederaufrüstung und
       allgemeine Wehtpflicht / „Friedenstricks“ - Reden, Interviews
       und Vorträge: Darstellung als friedliebender Politiker /
       Ausland ließ sich täuschen
   - Gewaltmaßnahmen: Österreich, Rheinland, Tschecheslowakai,
       Austritt aus Völkerbund
   - Kriegsvertreungspaln für Superintendenten, Beschlag-
       nahmung von Altmetall, Aufklärungs broschüren und
       Luftschutzübungen (ab 1937)

10.2 Hitlers Burgfrieden (9.09.1939)
   - „Burgfrieden-Erlass“: Verbot aller Aktionen gegen evangeli-
       sche und katholische Kirche auf Dauer des Krieges
   - Gründe: Unruhe in Bevölkerung; Rücksicht auf Wehrmacht;
       nationale Geschlossenheit; Kriegsanstrengungen nicht zu
       vereiteln
   - eigenmächtige Auslegung durch Goebbels, Himmler,
       Bormann, etc.
   - Gnadenerlass für Zivilbevölkerung

10.3 Konflikt mit Fiebig (Okt. 1939)
   - Fiebig = Nationalkirchliche Einigung Deutsche Christen u.
       Godesberger Erklärung
   - offener Brief von Fiebig an Koch: Aufforderung, künftig
       Anweisungen der Reichskirchenregierung befolgen und der
       Bekennenden Kirche absagen
   - Antwort Koch: um guter Verhältnis zwischen Bekennender
       Kirche und Deutschen Christen bemüht / von Fiebigs
       streitsüchtigem Verhalten enttäuscht

10.4 Zusammenarbeit mit Thümmel und dem Konsistorium
   - Insgesamt war Thümmel um Zusammenarbeit mit Geistiger
       Leitung Koch bemüht - von kleineren Einzelfällen abgesehen
   - Verhältnis Thümmel zu Koch / Verhalten Thümmels als
       Präsident / Koch und Konsistorium

10.5 Kirchliche Arbeit im Krieg
   - Rückzug auf kirchlichen Dienst (Verkündigung, Seelsorge) -
       keine Kirchenpolitik mehr - Koch zu radikalem Flügel -
       Einsatz für Pfarrer (u.k.-Stellung, Schriftgut an Front) -
       Pfarrerrüsttage
   - Bericht über Verhältnisse im Mai 1943

10.6 Exkurs: „Theologisch-ethische Besinnung über den Krieg“
   - Vitae Peter Brunner
   - Luthers Regimenterlehre - Verhältnis zwischen Obrigkeit und
       Untertan - Problem des Krieges (u.a. Def.; Subjekt der
       Kriegsführung; Schutzgut; Anfechtbarkeit eines Krieges; Ruf
       zu den Waffen; Verantwortung hat die Staatsgewalt)
   - Kritik an Brunners Ethik

10.6 Stellungnahmen im Krieg
   - Koch: gutgläubig gegenüber „Verteidigungskrieg“ - Zustim-
       mung mit Argumenten Brunners; jedoch: keine Kriegsbe-
       geisterung (wie Deutsche Christen, Meiser, Marahrens)
   - Rundbriefe an Amtsbrüder im Feld: Aufruf zur Mission,
       Mutmachung, Büchersendungen (u.a. Althaus) - Gebet für
       Frieden (nicht für Sieg).
   - Mitte 1942: pessimistische Grundhaltung - Vorschlag:
       Predigttext aus Klagelieder des Jeremias
   - Weihnachtspredigt 1944: regimekritisch
   - Drohung mit Ermordung zu Kriegsende durch SS - Koch
       befürchtete, dass er mit dem Zusammenbruch des Dritten
       Reiches als Oppositioneller „umgelegt“ würde
   - Einigungswerk - Beratung zwischen Koch und Wurm

Ausblick: Nachkriegszeit
   - Rede Wurms in Treysa
   - Rede Martin Niemöllers in Treysa
   - Koch: Stellung zur Schuld der Kirche (Kundgebung)

 

 

Details
Die Zeit des Bekennens ist gekommen!
ISBN 978-3-947441-00-6
Taschenbuch, 492 Seiten
1. Auflage (Okt. 2017)
14,80 €
Preis inkl. MwSt.

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